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Reitpädagogik

Praktisches Arbeiten

Die Pferde sind im Führen sehr gut geschult, absolut zuverlässig, gehorsam sowie furchtlos. Sie sind an alle nur erdenklichen Materialien gewöhnt, schreiende und herumlaufende Kinder tolerieren unsere Pferde. Sie sind beim Putzen sowie beim Transfer von beeinträchtigten Menschen auf bzw. vom Pferd – mit und ohne Aufstiegshilfen – absolut ruhig und bleiben stehen. Sie sind zuverlässig im Umgang von Gruppen und beeinträchtigten Menschen und lassen sich ohne Probleme am gesamten Körper angreifen und berühren. Sie sind gelassen, wenn Kinder am Rücken „,herumturnen“ (Voltigieren..)

Theoretische Grundlagen Reitpädagogik

Spielerische Begegnung mit dem Pferd in dessen natürlicher Umgebung bietet ein breites Spektrum an Erlebnismöglichkeiten rund um das Pferd und mit dem Pferd.

(Gruppen-) Erfahrungen mit Pferd um Persönlichkeit und soziale Kompetenzen zu entwickeln und zu stärken.

Positive Entwicklung der kindlichen Motorik und Wahrnehmung in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Koordination, taktile Wahrnehmung und Tiefensensibilität.

Reitpädagogik ist sehr vielschichtig und umfasst Bereiche aus Freizeit und Sport (Voltigieren, Reiten) sowie Bereiche aus der  Pädagogik (Erlebnis-, Spielepädagogik, Motopädagogik,..)

Wir legen den Fokus nicht gezielt auf Förderung oder Behandlung von Schwächen und Defiziten. Denn im spielerischen Zu- und Umgang mit dem Pferd lässt die Reitpädagogik Förderung und Erweiterung der Kompetenzen einfach geschehen.

Teilleistungssschwächen

Definition

Teilleistungsschwächen (TLS) sind Leistungsdefizite in begrenzten Funktionsbereichen, die aufgrund allgemeiner Intelligenz, Förderung sowie körperlicher und seelischer Gesundheit des betroffenen nicht erklärt werden können. Solche TLS betreffen Sprache und Sprechen, Motorik sowie spezifische Formen der Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Allen TLS wird eine hohe Bedeutung für Schulleistungsprobleme und meist sekundär, auch für kinderpsychiatrische Erkrankungen zugeschrieben.“ (Esser, 1992)

Legasthenie

Bei Legasthenie handelt es sich um eine Lese- und / oder Rechtschreibstörung.
Bei den Betroffenen zeigt sich das beispielsweise durch Auslassen, Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen von Worten oder Wortteilen, verlangsamtes Lesetempo, Startschwierigkeiten, stockendes Lesen…

Dyskalkulie

Unter Dyskalkulie versteht man die Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten.

Probleme beim Mengen- (mehr/weniger) und Zahlenverständnis (größer/kleiner), Schwierigkeiten beim Benennen und Aufschreiben von Zahlen… 

Zur Abklärung der Ursachen und zur Diagnosestellung ist eine klinisch-psychologische Untersuchung nötig.

Eine reittherapeutische Förderung besteht aus vielen, ganz unterschiedlichen Bausteinen. Sie darf keinesfalls nur auf funktionelle Ziele, wie die Verbesserung der Schulleistungen gerichtet sein, sondern muss die gesamte Entwicklung des Kindes und sein Umfeld beinhalten.

Herangehensweise

Wahrnehmung und Sensorische Integration

Zur Schaffung der Lernvoraussetzungen werden Wahrnehmung und sensorische Integration gefördert. Hier kommen Bewegungsangebote auf dem Pferd zum Einsatz.

Motivation und Selbstwert

Zunächst muss das meist stark angegriffene Selbstwertgefühl des Kindes wieder gestärkt werden und Motivation aufgebaut werden.

Schließen mathematischer Wissenslücken und relevanter Teilleistungen

Teilleistungen, die für das Rechnen relevant sind, können durch gezielte Spiele und Übungen rund ums Pferd, mit dem Pferd und auf dem Pferd in der Einzelförderung wie auch in der Gruppe verbessert werden. 

Durch den zusätzlichen praktischen Umgang mit gezielten Spielen kann Mathematik nicht nur „begriffen“ werden, es kann auch der aktuelle Schulstoff spielerisch eingebaut werden.

Ablauf

Begrüßen und „,Übernahme“ des Kindes bzw. der Kinder, hier beginnt Aufsichtspflicht. 

Stallhalfter mit Führstrick für das passende Pony wird ausgewählt, Putzzeug und Materialien Vorbereitet. 

Gemeinsam gehen wir das Pferd von der Koppel holen (kleine Kinder an der Hand) und führen das Pferd zum anbinde Platz. 

Kinder führen links und halten gemeinsam den Führstrick. Je nach Alter bzw. Erfahrung im Umgang mit Pferden führt das Kind selbst. 

Gemeisames Putzen des Pferdes und angurten.

Beginn der Arbeitsphase mit verschiedenen Materialien, zu verschiedenen Themen, am Platz. Spiele zur Förderung der Teilleistungen, die für das Lesen und Schreiben relevant sind. 

Nach der Arbeit/Spiel wird das Pferd abgegurtet, das Spielmaterial wird wieder versorgt. Die Reitkappen und Schutzwesten wieder verstaut. Kinder holen Karotten/Äpfel etc. und geben diese dem Pferd zur Belohnung. 

Wenn das Pferd fertig ist, bringen wir es gemeinsam wieder auf die Koppel, und die Kinder werden den Eltern übergeben. 

Ende der Aufsichtspflicht.